„Wir hatten etliche Probleme in diesem Jahr binnen zwei Monaten ein Festival auf die Beine zu stellen, wofür wir sonst sieben bis acht Monate brauchen“, sagte einer der Veranstalter unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung, zufrieden auf das geleistete blickend. Neue Brandschutzbestimmungen, die der alte Standort nicht mehr erfüllen konnte zwangen das Organisationskomitee dieses Jahr zum Umzug auf die nur wenige hundert Meter entfernt liegende Zentralsportanlage. Und irgendwie passte denn das Ganze auch mehr denn je.
Etwa 1000 Gäste sahen dann auch den Kick-off durch THE GLUES. Obwohl einige Verspieler nicht zu überhören waren, konnte der extrem gute Sound, das scheinbar nie versiegende Frischbier und die Spielfreude, die die Band an den Tag legte, wie ein Funke auf das Publikum überspringen.
So kamen dann auch SCOOPHEAD in den schon ordentlich vorgeheizten Pool. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich immer noch relativ viele Zuschauer draussen aufhielten, was der eigentlichen Sache denn auch nicht sehr zweckdienlich war, ging es doch darum, Farbe zu bekennen. Diese Leute verpassten aber was! Wie schon die Opener spielten SCOOPHEAD einen ziemlich coolen Punk, der auch spieltechnisch zu überzeugen vermochte. Besonders gelungen waren die Harmonien zwischen den Lead- und Backingvocals.
STU!SHIT!!! Muss man als Weyher eigentlich noch mehr sagen? Energiegeladener Punk heizte dem nun zahlenmäßig auf dem Höhepunkt angelangten Publikum richtig ein. Zwar kam dieses Trio musikalisch nicht an SCOOPHEAD heran, aber der „Bock am spielen“ kam mal wieder voll rüber und rockte die das Festzelt in seinen Grundfesten.
Mit TINY-Y-SON hatte man jetzt so etwas wie die Halbzeit erreicht. Von Pause kann aber keineswegs die Rede gewesen sein. Massiver Hardcore war angesagt, mit herrlich wütenden vocals. Da ich mich selbst eher dem Metal zuschreibe, war ich natürlich hier zuhause und glaube felsenfest, dass das Organisationsteam diese Band nur für mich eingeladen hatte.
Jetzt aber sollte die Stunde kommen, auf die ich mich die ganze Woche zuvor schon gefreut hatte. Die MAD MONKS! Einem Erdbeben gleich rockten die Jungs die Zentralsportanlage in den Abfluss. Vor allem rhythmisch punktete der Bremer Sechser auf ganzer Linie. Ein ganz besonderes Bonbon indes war ein NOFX Cover-song, der ziemlich nah am Original wiedergegeben wurde.
MONTREAL hieß die folgende Fun Punk Kapelle aus Hamburg. Die drei Herren sprühten vor Spielfreude, was sich auch an dem bislang mehr als zufriedenen Publikum bemerkbar machte. Von dieser Band werden wir in Zukunft sicherlich noch einiges hören dürfen. Toll, dass sie trotz Tourstress die Zeit fanden in Weyhe ihr stelldichein zu geben.
Auf die Zielgerade ging es nun mit den SLAPSTICKERS. Diese SKA-combo war ja bereits mit den alteingesessenen MADNESS unterwegs. Als Zuschauer dieses Spektakels kann man sich eigentlich alljährlich nur die Augen reiben, wie die Organisatoren es immer wieder schaffen, solche Bands an den Start zu bringen – und das alles für schlappe 6 Ohren. Allerdings hatte ich bei der großen Anzahl der Bandmitglieder ein wenig den Überblick verloren.
Den Rausschmeisser an diesem mehr als gelungenen Abend gaben dann die Hansepunk Piraten von 2ND SOLUTION die einmal mehr unter Beweis stellen konnten, dass sie weitaus mehr zu bieten hatten als Freibeuterei!
2nd Solution engagieren sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus und sind nach 2003 das zweite Mal dabei.
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